Katherine V. Forrest

Seltsamer Wein

 16,90

Sieben Frauen zwischen dreißig und vierzig treffen sich zu Skiferien auf einer Berghütte. Am abendlichen Kaminfeuer reden und streiten sie und enthüllen einander ihre Liebes- und Eheerfahrungen. Zwischen zwei der Frauen, Lane und Diana, bahnt sich eine leise Liebesgeschichte an, die sich bald zu dramatischer und leidenschaftlicher Intensität steigert.

Ein Klassiker der lesbischen Literatur – einer der meistgelesenen Lesbenromane aller Zeiten.

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Roman Aus dem amerikanischen Englisch von Margarete Sommer 244 Seiten, broschiert,  16,90 ISBN: 9783959170093 E-BOOK Kategorie: Schlüsselworte: , , ,

Product Description

Leseprobe aus Seltsamer Wein:

»Was ist da drin? Das, was ich mir erhoffe?« Lane hatte die Küche betreten und sah zu, wie Diana eine große Einkaufstüte auspackte.
»Wodka … und der beste Wein, den ich auftreiben konnte.«
Lane warf einen prüfenden Blick auf die Etiketten der beiden Weinflaschen. »Hervorragend.« Sie kramte in der Schublade nach einem Korkenzieher. »Welche sollen wir zuerst öffnen?«
»Entscheide du. Ich verstehe nicht viel von Wein.« Diana sah zu, wie Lane geschickt die Flasche entkorkte.
»Spricht etwas dagegen, jetzt das Gepäck hochzutragen?«
»Überhaupt nichts. Ich bin schon sehr gespannt, wie es da oben aussieht.«
Diana warf den anderen Frauen, die um das Feuer herumsaßen und sich angeregt unterhielten, ein paar erklärende Worte zu, nahm ihre Reisetasche und folgte Lane beschwingt die Leiter hinauf.
Der Raum war vom Fenster her in silbernes Licht getaucht. Im Halbschatten erblickte Diana ein Messingbett, eine schräge Giebeldecke, eine kleine Kommode und einen Kleiderschrank. Auf dem Nachttisch stand eine Petroleumlampe. Lane hob den Glaskolben hoch und zündete mit einem Streichholz den Docht an.
In dem honigfarbenen Lichtkegel sah Diana weitere Einzelheiten: ein buntes Baumwollquilt und fluffige Federkissen, einen rundgeflochtenen Teppich, die rohgezimmerten Holzbalken der Dachschräge.
»Du musst unbedingt die Lampe ausmachen und hierher ans Fenster kommen.«
Diana blies die Flamme aus; der Raum lag wieder in silbrigem Licht. »Oh«, staunte sie, als sie neben Lane am Fenster stand.
Der Nachthimmel war sternenübersät, ein funkelnder, unendlicher Teppich. Die starren, schwer mit Schnee bedeckten Bäume ragten majestätisch in das Himmelsgewölbe. Berge von Schnee formten bizarre Gebilde, riesige Schneeverwehungen warfen ungeheure gewaltige Schatten.
»Unglaublich«, murmelte Diana. Sie legte einen Arm um Lane, suchte unwillkürlich körperliche Nähe und Wärme inmitten dieses weißeisigen Zaubers.
Sie standen schweigend beieinander. Nach einer Weile sagte Lane: »Es ist schön, diese Pracht und all dieses Neue mit dir zu erleben.«
»Du bist nie zuvor hiergewesen?«
»Nein, obwohl Madge mich oft eingeladen hat. Sie ist die Einzige, die ich hier kenne.«
Diana lächelte. »Was meinst du, wirst du der Versuchung widerstehen können, dieser Chris an die Gurgel zu gehen?«
Lane lachte gelassen. »Menschen wie Chris begegne ich jeden Tag. Aber es ist sehr angenehm, jemanden um mich zu wissen, der so rasch das Thema wechseln kann.«
Diana verzog den Mund. »Ich weiß, darin bin ich gut. Wir sollten jetzt besser runtergehen, wegen der Geselligkeit, meine ich.« Voll Bedauern blickte sie noch einmal aus dem Fenster und löste sich langsam von Lane.

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