Sara Lövestam

So wie du bist

 10,00

Lelle liebt Frauen. Sie genießt sie wie andere Schokolade. Dafür schämt sie sich nicht. Auch nicht dafür, in anderer Leute Büro zu stürmen und ihnen intime Details zu erzählen. Oder ihnen Fragen zu stellen. Über Dinge, über die man nicht spricht. Wie eine Frau ohne Beine zur Toilette geht, beispielsweise.
Paula ist eine solche Frau mit ›null und einem halben Bein‹, die sich gewandt auf Rolli-Rädern durchs Leben bewegt. Sie ist Doktorandin, forscht über zusammengesetzte Verben und möchte in wissenschaftlichen Zeitschriften zitiert werden. Über ihr Begehren möchte sie nicht sprechen. Schon gar nicht mit aufdringlichen Lesben wie Lelle …
So wie du bist – »eine Bereicherung der Buchwelt.« Virginia Frauenbuchkritik

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Roman Aus dem Schwedischen von Julia Kielmann 224 Seiten, broschiert,  10,00 ISBN: 978-3-930041-92-3 E-BOOK Kategorie:

Product Description

Lelle geht den Skeppsbro-Kai entlang und versucht sich zu entspannen. Sie ist total nervös, seit sie bei Paula im Büro war. Erst nervös, dann sauer und jetzt wieder nervös. Weil sie keinen Streit mit Martins Freundin haben will, denkt sie, und weiß, dass es keineswegs nur deshalb ist. Sie setzt sich auf die Kante des Kais und lässt die Beine über dem Wasser baumeln. Die Sonne wird von der Wasseroberfläche reflektiert und lässt sie glitzern. Die Luft sagt guten Morgen zu all den kleinen Samenkörnern, die den ganzen Winter über gewartet haben, und vielleicht auch zu den Schwänen. Aber Lelle sieht keine Schwäne. Sie atmet die Luft tief in ihre Lungen und wirft Kieselsteine ins Wasser. Sie brechen die unregelmäßigen Muster der Wasseroberfläche und erschaffen eigene kleine Feuerwerke. Jetzt macht Paula vielleicht gerade den Brief auf. Oder jetzt. Oder aber sie wirft ihn weg.

Paulas Post an der Universität besteht meist aus Büchern und Werbung für wissenschaftliche Literatur. An diesem Tag liegt eine ganz andere Art von Kuvert in ihrem Fach. Es sieht selbstgebastelt aus, blau und grün und mit Glitter. »Ich sollte an einen Wanderzirkus geschickt werden«, sagt das Kuvert, »aber ich bin am Zentrum für Mehrsprachigkeitsforschung gelandet. Hilf mir!« Paula verzieht angesichts ihrer animierten Fantasie den Mund und kontrolliert die Adresse. Paula Alshammar. Der Brief ist tatsächlich für sie.
»Ich werde dir schon helfen, kleiner Freund«, murmelt sie so leise, dass es vermutlich niemand hört.
Paula liest den eigenartigsten Brief, den sie jemals bekommen hat. Sie liest ihn zweimal, und nach dem zweiten Mal beginnt sie zu lächeln …