Product Description
Auf dem Weg zu ihrer Naturheilärztin steckte Síle auf dem Aston Quay im Stau. Sie versuchte es mit ein paar tiefen Atemzügen. Wenn sie derart aufgelöst in Helens Sprechzimmer ankam, würde sie den üblichen Vortrag über Stresshormone und Zellgifte zu hören bekommen.
Um sich abzulenken, sah sie ihre Post durch. Kreditkartenangebote, Spendenaufrufe und zwei kitschige Ansichtskarten von Freundinnen, die Budapest und Neuseeland besuchten. Und dann gab es noch einen Umschlag, in Judes sorgsamer Handschrift adressiert und als Eilsendung aufgegeben. Síle öffnete ihn.
Als sie den ersten Satz las, wurde ihr ein wenig schwindelig. Sie wäre gern für einen Moment rechts rangefahren, aber man hätte sie nie wieder einscheren lassen. Also kroch sie weiterhin im ersten Gang voran, aber ihr Blick fiel immer wieder auf die Worte auf dem Blatt Papier in ihrem Schoß: Ich liebe dich.
Der Satz erschreckte Síle. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie ihn das letzte Mal niedergeschrieben gesehen hatte. Heutzutage waren die Menschen diesen Worten gegenüber misstrauisch – sie hatten sie in zu vielen Hollywoodfilmen gehört. Ich liebe dich tickte wie eine Zeitbombe. Die Worte gaben vor, Gegenwart zu sein, bargen aber die Zukunft in sich …
»Eine zauberhafte Liebesgeschichte zwischen zwei eigenwilligen modernen Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – sehr schön übersetzt.«
Gertrud Lehnert,
Eine ausführliche Besprechung von »Zarte Landung« findet sich auf Andrea Bruns’ Blog »«.




