Claudia Rath

Spur zum Fjord

 10,00

Eine (Beziehungs-) Geschichte zwischen Krimi und Mystery, die mit einer nie geschalteten Kontaktanzeige beginnt und dennoch glücklich endet …
Amelie, Lebenskünstlerin und Frau für alles in einem kleinen Werbebüro, wird von ihrer Partnerin Christa verlassen. Ausgerechnet jetzt verliebt sich ihre beste Freundin Dagmar nach langem Single-Dasein in die mysteriöse Susanne und bricht mit der neuen Liebe sogleich zu einem Traumurlaub in die Fjorde Norwegen auf. Von dort erreichen Amelie wenig später höchst rätselhafte und beunruhigende SMS-Botschaften …

Spur zum Fjord – eine Liebesgeschichte, gewürzt mit einer Prise Rätselhaftigkeit und einer gehörigen Portion Witz.

weiter

Roman 300 Seiten, broschiert,  10,00 ISBN: 978-3-930041-56-5 E-BOOK Kategorie: Schlüsselworte: , , , , ,

Product Description

Leseprobe aus Spur zum Fjord:

Es muss einfach funktionieren. Diese Anzeige wird die wichtigste, nein, die allerwichtigste Anzeige meines Lebens werden.
Vor mir auf dem Tisch verströmt die dampfende Teekanne erfolgsorientierte Behaglichkeit. Leise murmelnd lese ich noch einmal den Textentwurf durch:

»Welche Sie möchte zukünftig mit mir gemeinsam die von niedrigen Hecken gesäumte Straße des Lebens bewandern? An ihren Schwellen und Gräben wird es funkeln aus unzähligen kleinen Rinnsalen, deren leise beruhigendes Gegurgel uns begleitet. Die Blüten … (wie gut, dass mir dieser romantische kleine Schlenker noch eingefallen ist) … die Blüten der Hecke duften, und im Herbst werde ich uns aus den Hagebutten der Wegrosen einen Tee kochen, dessen Duft sich in die warme Stube kräuselt, während der Wind den Regen gegen die Fensterscheibe treibt und …«

Zugegeben, das ist ein ziemlich ungewöhnlicher Text für eine Kontaktanzeige, aber ein richtiger Eye-Catcher, wenn ich sie farblich – vielleicht in Rosa – unterlegen lasse. Allerdings zähle ich über 500 Anschläge und die dürften, was die Kosten betrifft, ungefähr die Hälfte meiner privaten Renteneinlage verschlingen.
Aber was ist das schon gegen die Liebe?
Beim Nachdenken über diese Frage gerate ich unvermutet ins Stocken, weil ich sie doch nicht so spontan und schnell beantworten kann wie angenommen.
Der Text hingegen verliert leider an Gehalt und romantischer Wirkungskraft, sobald ich ihn auf finanziell verträgliche Länge kürze:

Welch.Sie.mö.mi.mi.zuk.gem.d.v.niedr.Heck.ust.Str.d.Leb.bewand., Heckro.Blü.Rinns.u.Gegurg.inkl.Hagebu.tee n.ausgeschl.bi.u.Sze.zweckl.

Nein, nein, nein. So geht es nicht. Außerdem ist es generell noch viel zu früh für einen solchen Schritt. Immerhin ist es wirklich noch nicht lange her, dass …
Und: Welche Sie würde schon auf eine Kontaktanzeige antworten, in der von Hagebutten, Heckenrosen, Schwellen, Gräben und Rinnsalen die Rede ist? Eine Garten- und Landschaftsarchitektin vielleicht, eine Fachfrau für Bewässerungsanlagen und Kanalisationstechnik oder eine Agraringenieurin? Das ist zwar immer noch besser, als gar keine Antwort zu bekommen, aber wäre ich wirklich gern mit einer Bäuerin liiert? Unwillkürlich muss ich an Leiterwagen denken, auf denen sich gefährlich hoch das Heu stapelt und mittendrin im Heu wir beide, die Bäuerin und ich, eine sehr schöne, etwas androgyne Bäuerin mit einem schief aufgesetzten blauen Käppi. Natürlich besitzt sie entfernt Ähnlichkeit mit meiner angebeteten Lieblingskommissarin aus dem Tatort. Der Leiterwagen rumpelt unter einem strahlend blauen Septemberhimmel über holprige Feldwege dahin, geradezu ins Glück hinein.
Andererseits – ich kneife die Augen bei dieser Vorstellung zu schmalen Schlitzen zusammen – wenn die unbeschwerten Tage des Glücks irgendwann einmal gezählt sind, werde ich morgens um vier dem Transporter hinterherwinken, in dem die Schweine zur Schlachterei fahren, was ich als Vegetarierin für politisch unkorrekt halte und rein menschlich, eben aus Sicht der Schweine betrachtet, schlichtweg für eine Katastrophe erachte.
Das Telefon klingelt, und schon springe ich auf, lasse mich nur allzu gern ablenken, weil ich im Grunde gar keine Hoffnung habe, dass es noch einmal etwas wird mit der ganz großen Liebe …