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Leslie Feinberg

Stone Butch Blues

 16,90

Kultbuch und Klassiker – Der Stonewall-Roman!
Buffalo, N.Y. – eine Industriestadt in den sechziger Jahren. Hier verbringt Jess Goldberg ihre Kindheit und Jugend. Jess ist ein Mädchen, doch sie sieht aus wie ein Junge. Mit 15 hält sie es daheim nicht mehr aus. Sie haut ab. Sie sucht sich einen Job. Die Bar Abba’s bietet Jess eine Heimat – eine bunte Gemeinschaft von Butches und Femmes, von Huren und Drag Queens, von Schwarzen und Weißen. Eine Gemeinschaft, die nicht ungefährlich lebt. In den brutalen Razzien der Polizei erreicht der gesellschaftliche Hass auf alle, die anders sind, seinen Höhepunkt. Überleben erfordert stete Wachsamkeit, Stärke und Mut. Rückhalt findet Jess in ihrer Community. Und bei ihrer großen Liebe: Theresa.

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Aus dem amerikanischen Englisch von Claudia Brusdeylins 480 Seiten, broschiert,  16,90 ISBN: 978-3-930041-35-0 Kategorien: , Schlüsselworte: , , , , , , ,

Product Description

Ich wartete in der Mitte der Tanzfläche auf sie. Roy Orbisons Stimme war weich und verträumt. Ich stand still, mit ihrer Hand in meiner, bis sie sich entspannte und näher kam. Nachdem wir eine Weile getanzt hatten, sagte Yvette zu mir: »Du darfst übrigens ruhig atmen.« Wir mussten beide lachen.
Dann fühlte ich, wie ihr Körper näher kam und wir miteinander verschmolzen. Ich entdeckte die süßen Überraschungen, die eine Femme einer Butch zu bieten hat: Ihre Hand an meinem Nacken, flach auf meiner Schulter oder zusammengeballt wie eine Faust. Ihr Bauch und ihre Oberschenkel an meinem Bauch, an meinen Oberschenkeln. Ihre Lippen, die beinahe mein Ohr berührten.
Die Musik war zu Ende. Yvette löste sich von mir und wollte sich abwenden. Ich hielt sanft ihre Hand fest. »Bitte«, sagte ich. »Schätzchen«, sagte sie lachend, »du hast das Zauberwort gesprochen.«
Wir tanzten ein paar langsame Lieder hintereinander. Unsere Körper bewegten sich mühelos und harmonisch. Die leichteste Veränderung des Drucks meiner Hand auf ihrem Rücken veränderte ihre Bewegung. Ich schob ihr nicht den Oberschenkel zwischen die Beine. Ich wusste, dass sie dort verwundet worden war. Selbst ich als junge unerfahrene Butch schützte mich an dieser Stelle. Ich spürte ihren Schmerz, und sie kannte meinen. Ich spürte ihre Begierde, sie weckte meine.
Schließlich endete die Musik, und ich ließ sie los. Ich küsste sie auf die Wange und dankte ihr. Ich ging über die Tanzfläche an meinen Tisch zurück. Ich war von Grund auf verändert.
Jacqueline tätschelte mir das Bein und warf mir ein warmes Lächeln zu. Die übrigen Femmes – männliche wie weibliche – betrachteten mich mit neuen Augen. Während die Welt versuchte, uns fertigzumachen, versuchten sie auf jede erdenkliche Weise, uns unsere Zärtlichkeit zu erhalten. Es war meine Fähigkeit zur Zärtlichkeit, die sie gerade gesehen hatten … Fürs Erste war ich glücklich.