Birgit Utz

Smalltown Blues

 10,00

Raus aus Gummadingen …
Gummadingen, Ende der achtziger Jahre. Vera fällt aus allen Wolken, als ihr Mann sie verlässt. Sie muss sich neu orientieren. Ihre beiden Töchter ebenso. Während Bettina sich ihrer Friseurlehre widmet und den Mann fürs Leben sucht, zieht Melanie sich völlig zurück. Ihre Freundinnen haben nur noch Jungs im Kopf. Melanie hingegen gefällt die Tochter von Bettinas Chef, die aussieht wie Annie Lennox. Dass sie verliebt ist, begreift Melanie erst gar nicht. Doch dann wird ihr klar,  dass sie raus muss aus Gummadingen …

Smalltown Blues ist mitreißend, erotisch, komisch, berührend. Ein Buch, das nachhaltig beeindruckt.

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Roman 272 Seiten, broschiert,  10,00 ISBN: 978-3-930041-86-2 E-BOOK Kategorie: Schlüsselworte: , , , , , , ,

Product Description

Leseprobe aus Smalltown Blues:

Wir sitzen in der Kaffeeküche. »Heute ist der Chef nicht da, dafür seine Tochter«, sagt Bettina, während sie Wasser in die Kaffeemaschine schüttet. »Die krempelt den ganzen Laden um. Katja hat in einem Salon in Stuttgart gelernt. Jetzt ist sie zurück, und nächstes Jahr will ihr Vater in Rente gehen. Bis dahin soll sie den Laden hier im Griff haben. Sie will alles umdekorieren. Herr Krause ist davon natürlich nicht begeistert. Aber es wäre toll, wenn wir jüngeres Publikum bekommen würden, findest du nicht?«
Die Tür geht, es klingelt, und Katja erscheint in der Tür. Als ich mich umdrehe, bleibt mein Lächeln stecken. Ich starre sie an. Sie sieht aus wie Annie Lennox.
»Hallo«, sagt sie, die Pizzakartons auf dem Arm, lächelt mir mit schmalen, rot geschminkten Lippen entgegen. Sie ist erwachsen. Also cool erwachsen. Ihr macht niemand was vor, das sieht man sofort. Sie lässt sich auf den Stuhl neben mir fallen.
Bettina stellt uns Kaffee hin, holt Teller aus dem Schrank, verteilt Haushaltsrolle. Katja packt die Pizza aus und strahlt mich mit blaugrauen Augen an. Die Pizza ist schon in Stücke geschnitten. »Du bist also Bettinas Schwester«, sagt sie. »Schön, dich kennenzulernen.«
Während wir essen, fragt sie mich, was ich mache und ob ich auch Frau Baum in Mathe habe. Mathe und Physik habe sie am liebsten gehabt. Sie tut so, als wäre sie gestern noch zur Schule gegangen. Das kann doch gar nicht sein, dass einen das interessiert, wenn man erst mal weg war.
»Melanie zeichnet voll super. Letzte Woche hat sie ein Porträt von mir gemacht«, sagt Bettina.
Ich trete ihr unter dem Tisch gegen das Schienbein. Aber das hilft jetzt natürlich nichts mehr.
Katja zieht die Augenbrauen hoch. Die schwarzen Striche bilden zwei gerade, zarte Linien unter ihrer Stirn. Man müsste sie mit Tusche zeichnen. Ich werde mir Tusche zu Weihnachten wünschen. »Wow«, sagt sie.
Dann reden sie zum Glück von der Arbeit; Bettina erzählt von der Stammkundschaft, und Katja fragt, ob sie Deko-Ideen hat. »Oder du vielleicht?«, fragt sie mich auf einmal. »Ich meine, wenn du Künstlerin bist …«
Ich habe überhaupt keine Ideen. Ich bin keine Künstlerin, also unter ’ner Künstlerin verstehe ich wirklich was anderes. Sie dagegen ist die schönste Frau, mit der ich je in einer Küche gesessen habe …