Camille im Oktober
Claras Brüste waren an ihrem Platz unter meinen Schulterblättern, glühend heiß. Sogar der Wind, der uns auf der Straße zur Klippe um die Ohren pfiff, war warm. Langsam, langsam, sagten Claras Finger, die sich in einer Art Komplizenschaft oder zumindest noch intimer als sonst in meine Seiten drückten. Und ich beschleunigte immer mehr. Am Ende hat sie mich in die Schulter gebissen, und vor Überraschung habe ich den Roller angehalten.
Ich hatte Angst, hat Clara gesagt. Bist du verrückt oder was? Willst du uns umbringen?
Meine Bluse war zerrissen, und darunter blutete ich leicht. Clara hat eingeräumt, dass sie vielleicht etwas fest zugebissen habe. Aber sie schien eher überrascht denn wirklich betrübt darüber, als sie die Fetzen der Bluse aneinanderlegte, wie um sie wieder zusammenwachsen zu lassen. Ich habe gesagt, dass es nichts mache. Dass diese Bluse sowieso längst reif für den Müll sei. Und dass ich aufpassen würde, mit der Geschwindigkeit.
Wir sind wieder aufgestiegen, und Claras Wange hat sich mit äußerster Sanftheit auf den Biss gelegt. Ich bestand nur noch aus diesen paar Quadratzentimetern Haut, auf denen Claras Wange brannte strahlte verglühte. Ich habe nichts mehr gesehen von der Straße, nicht einmal, dass der Himmel sich zuzog …

